Essen in Berlin ohne Schnick-Schnack – Das Reinstoff
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Elisa Bilko
269 days 10 hours 38 minutes ago
Nomen est Omen, sprich für Nicht-Lateiner, der Name an sich kann schon eine Aussage oder ein Hinweis auf den Kern der Sache sein. Nun hat in der Hauptstadt ein Restaurant aufgemacht, das sich Reinstoff nennt. Und auch hier weist der Name schon in eine bestimmte Richtung. Nachdem Berlin kulinarisch über Jahre hinweg nur für Döner berühmt war, machen sich immer mehr interessante Gastronomen breit, die der kreativen Stadt und ihren Bewohner auch das Essen interessanter machen möchten. Reinstoff ist da nur konsequent. Denn hier in Berlin-Mitte gibt es nun Essen ganz ohne Schnick-Schnack.
Zunächst werden nur „reine Stoffe“, sprich Produkte aus der Region und aus ökologischem Anbau verwendet, was an sich ja schon löblich ist. Dann werden keine extravaganten Namen erfunden. Nach „an „ oder „von“ sucht man in der Speisekarte vergeblich. Ein Gericht zum Beispiel – und alle anderen reihen sich in dieses Schema ein – heißt „Gänseleber, Wildkräuter, Parmesan“. Nun würde man Einfachheit auch bei den Gerichten erwarten, große Satt-Macher-Portionen. Doch weit gefehlt, den hier geht es um reinen Genuss und nicht um Völlerei. So sind die Portionen überschaubar, dafür erwecken sie den Gaumen zu neuem Leben.
Der Chefkoch des Hauses weiß auch ganz genau was er tut: Daniel Achilles wurde im Rahmen der Prämierung des „Berliner Meisterkochs“ zum „Aufsteiger des Jahres“ gewählt. Dementsprechend darf man dem Herrn vertrauen. Auf Wunsch werden auch vegetarische Gerichte gezaubert und das Menü kann man sich dann auch selbst zusammenstellen. Schließlich ist und bleibt der Gast König. Auch das Ambiente des Restaurants überzeugt: einfach und in schwarz, aber keineswegs düster kann man sich hier der Kleinkunst zum Essen hingeben. Hier ist eben alles schnörkellos, wie der Name schon verspricht.